transaktionskosten

Seit Januar 2023 haben die PRIIP KIDs in der EU die UCITS KIIDs ersetzt. Nun steht eine weitere Änderung bevor: Die Berechnung der Transaktionskosten wird künftig nach der Arrival Price Methode erfolgen.

Hintergrund und Notwendigkeit der Änderungen:

Innerhalb der PRIIP KIDs müssen spezifische Transaktionskosten angegeben werden. Aktuell haben Kapitalverwaltungsgesellschaften die Möglichkeit, diese Kosten mittels MiFID- oder Schätzmethode näherungsweise zu schätzen, anstatt sie aufwendig zu berechnen.  Ab 2024/25 schreibt die EU allen PRIIP-Erzeugern vor, die Arrival Price Methode zur Berechnung der Transaktionskosten anzuwenden, um eine produktübergreifende Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Was bedeutet die Arrival Price Methode?

Das bedeutet, dass ab Ende 2024 ein PRIIP KID, das den regulatorischen Grundanforderungen genügt, die Arrival Price Methode zur Transaktionskostenberechnung verwenden muss. Die Anwendung der Arrival Price Methode als Grundlage zur Berechnung der implizierten Transaktionskosten bedeutet zunächst, dass statt eines Schätzwertes zukünftig ein Arrival Preis ermittelt werden muss, und zwar zum Zeitpunkt der Ordererteilung (Order wird im Markt platziert). Dieser Arrival Preis wird gegen den tatsächlichen Tradepreis gestellt und geht als Kosten pro Trade in die Transaktionskostenberechnung ein. Die Arrival Price Methode erfordert nicht nur historische Tick-Daten in lokaler Börsenzeit, lizenziert von PRIIP KID-Erstellern, sondern auch und ein umfangreiches, transparentes Regelwerk, das für verschiedene Assetklassen und Fallkonstellationen umgesetzt werden muss. Bei fehlenden Daten muss ein RTS-Richtlinien-konformer Schätzwert verwendet werden.

Auswirkungen auf Marktteilnehmer:

Die Änderungen haben die größten Auswirkungen auf drei Arten von Marktteilnehmern: Reporting-Anbieter müssen den neuen Standard erfüllen und ihre Lizenzen, Datenbanken und IT entsprechend vorbereiten. Kapitalverwaltungsgesellschaften sind als nächstes betroffen und werden voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2024 ernsthaft mit der Umsetzung der neuen Anforderung beginnen. Die Zeit bis Jahresende könnte jedoch knapp sein, um eine eigene Lösung zu implementieren. Asset-Manager sind schließlich die dritten Betroffenen, da sie ab Anfang 2025 möglicherweise keine Produkte verkaufen können, wenn keine regulatorischen Dokumente vorliegen.

Umgang mit der Situation und Empfehlung:

Es ist ratsam, frühzeitig zu klären, wer für die eigenen Dokumente verantwortlich ist und wie die

Transaktionskosten aktuell bezogen werden. Eine Umstellung auf diese Methode sollte rechtzeitig erfolgen, um sicherzustellen, dass alle Prozesse bis zum Jahresende angepasst sind.  Eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik in der ersten Jahreshälfte 2024 bietet die Möglichkeit, eigene Prozesse anzupassen, bevor der Markt in Hektik verfällt. Anevis hat durch die Übernahme von gd inside seine Expertise in diesem Bereich entscheidend erweitert. Kontaktieren Sie uns gerne für eine persönliche Beratung.

Wenn Sie weitere Informationen über Anevis Solutions wünschen, kontaktieren Sie uns gerne: contact@anevis-solutions.com. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten und ein geschätzter Teil Ihres Teams zu sein.

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